Christian Scott Juliana Saib Jazztheke

„Luck yeah its Jazz! But its also indie rock. Its also hip hop“ (vice magazine.com).

Besser könnte man die neue Album-Trilogie von Christian Scott aTunde Adjuah nicht beschreiben. Mit Ruler Rebel, Diaspora und The Emancipation Procrastination setzt der Jazztrompeter ein Statement ganz im Zeichen des Trap-Jazz!

Über Hip-Hop artige Synth-Drumbeats schafft Scott neue Soundspuren, die sowohl von traditionellem Jazz und Post-Bop als auch von R’n’B beeinflusst sind. So ein entsteht ein neuer, moderner Stil, der immer noch nahe genug am Jazz liegt.

Doch was hat es eigentlich mit „Strech Music“ auf sich? Schon lange bezeichnet Scott seine Musik nicht mehr als Jazz. Hört man sich das Album an, hört man eben nicht traditionellen Jazz, sondern eine Musik, die sich über verschiedene Genres hinwegzieht. Der Sound bleibt dennoch klar und sehr eigen.

Vielleicht ist es auch genau das, was seine Herangehensweise an den Jazz so modern

macht! Seine Band besteht mit Elena Pinderhughes (Querflöte), Braxton Cook (Saxophon), Lawrence Fields (Piano), Joshua Crumbly (Bass) und Joey Dyson (Drums/Electronics) ausschließlich aus jungen Musikern, mit der sich auch eine Generation identifizieren kann, die nicht unbedingt als „jazzaffin“ gilt („It’s very difficult to get a 17-year-old to jump on board when you’re playing some shit from 1945. It doesn’t mean the stuff that happened in 1945 wasn’t the baddest shit that happened in 1945, but what does that have to do with a kid that was born in 1991? My music is about communicating something“ vicemagazine.com). In dieser Hinsicht beschäftigt sich Scott außerdem mit gesellschaftlichen Themen, wie sozialer Ungerechtigkeit oder kultureller Identität und möchte mit seiner Musik darauf aufmerksam machen.

Zwar sind seine neusten Alben als Trilogie entstanden, dennoch steht jedes Album thematisch sowie musikalisch für sich und ist jeweils von verschiedenen Sounds geprägt:

Ruler Rebel ist stärker vom Trap-Jazz beeinflusst und klingt insgesamt kühler, während Diaspora elektronischer ist. Hier sind außerdem mehr Features der Bandmitglieder zu hören: „I will rest when someone takes over the torch…“(Christian aTunde Adjuah on vicemagazine.com). The Emancipation Procrastination hat dahingegen ein eher souliges „vintage“ Flair und teilweise auch Fusion-Rock Einflüsse. Meine persönliche Empfehlung aus diesem Album ist der titelgebende Song „The Emancipation Procrastination“. In jedem Falle ist es absolut lohnenswert sich die Alben gut anzuhören. Scott hat diese auch deshalb als „Centennial-Triology“ rausgebracht, um mit Hilfe des Trap musikalisch auf ein Jahrhundert der Jazzgeschichte einzugehen – Anfänge, Entwicklung und Zukunftsausblick. Eines steht fest – ein Blick in die Zukunft ist Christian Scott aTunde Adjuahs Trap-Jazz definitiv!

The Emancipation Procrastination

Diaspora

Ruler Rebel

„….I think that willingness to build bridges between those cultures and ultimately listeners is partially why people react so openly and beautifully to our music“ /

Christian Scott, rollingstonemagazine.com

Juliana.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *